16. Februar 2018

Ambulante kardiale Rehabilitation

Individuell, nachhaltig, wohnortnah - Neben der räumlichen Nähe zu Familie und Beruf, bringt eine ambulante kardiale Rehabilitation weitere wesentliche Vorteile. Das zwölfwöchige Therapieprogramm wird in der Privatklinik Medicnova angeboten und kann auch von Allgemeinversicherten aus Liechtenstein ohne Mehrkosten oder Selbstbehalt in Anspruch genommen werden.

Ambulante kardiale Rehabilitation

Zentrales Element der kardialen Rehabilitation ist ein pulsgesteuertes Ausdauertraining.

Akute kardiologische Erkrankungen, wie etwa ein Herzinfarkt, erweisen sich meist als massiver Einschnitt im Leben: Mit einem Mal wird dem Betroffenen drastisch vor Augen geführt, dass er sich mit den Ursachen seiner Krankheit intensiv auseinandersetzen muss, wenn er das Risiko lebensbedrohlicher Zwischenfälle reduzieren will. „Da gerade Herz-Kreislauf-Erkrankungen in besonderer Weise vom Lebensstil beeinflusst werden, kommt man als Patient nicht umhin, sich mit Themen wie Bewegung, Ernährung und seelischem Wohlbefinden, aber auch mit Lebensgewohnheiten wie etwa dem Rauchen eingehend zu beschäftigen – und hierfür ist die ambulante Reha in einem zertifizierten Zentrum wie der Medicnova der ideale Ausgangspunkt“, erklärt der Leiter der ambulanten kardialen Rehabilitation, Dr. Werner Benzer.

Analyse der Risikofaktoren

Massive Herz-Kreislauf-Beschwerden entwickeln sich nicht von heute auf morgen. Meist geht einem kardiologischen Notfall eine längere Vorgeschichte voraus: Übergewicht und Bewegungsmangel, hoher Blutdruck, Tabakkonsum, falsche Ernährung, Diabetes, aber auch psychische Belastungen und Stress sind wesentliche Risikofaktoren, die schwerwiegende Herz-Erkrankungen begünstigen. „Alle diese Themen werden in der kardialen Rehabilitation, die auf einen Eingriff am Herzen oder eine medikamentöse Akutbehandlung folgt, eingehend betrachtet“, betont Benzer.

Dr. Werner Benzer
„Es braucht Zeit, um neue Gewohnheiten in den Lebensalltag zu integrieren.“
Dr. Werner Benzer

Therapeutisches Trainingsprogramm

Das zentrale Element der kardialen Rehabilitation ist ein mehrwöchiges pulsgesteuertes Ausdauertrainingsprogramm am Fahrradergometer. Zusätzlich trainieren die Patienten an modernen Geräten Kraftausdauer. Dabei spielt der Faktor Langzeit eine wesentliche Rolle, da eine Änderung der Lebensgewohnheiten eben schneller gesagt ist, als getan. Das zwölfwöchige Therapieprogramm der ambulanten Rehabilitation bringe daher oft einen deutlich nachhaltigeren Erfolg als ein lediglich vierwöchiger stationärer Aufenthalt in einer Reha-Klinik, weiss Benzer: „Während es im kardiologischen Notfall um Minuten geht, die über Leben und Tod entscheiden, sind für ‚ein gesundes Leben danach’ meist Monate notwendig, um ein nachhaltiges Verständnis für einen neuen Lebensstil zu verankern und die neuen Gewohnheiten – etwa mehr Bewegung oder gesündere Ernährung – in den Lebensalltag zu integrieren.“

Stärkung der Eigenverantwortung

Dem Grundsatz kann Ernährungswissenschaftlerin Dr. Sabine Gahr nur beipflichten. Sie leitet in der Medicnova die Ernährungsberatung, ein wesentliches Element des Reha-Programms: „In unseren Therapiesitzungen geht es darum, Bewusstsein über ernährungsphysiologische Zusammenhänge zu schaffen und Wege aufzuzeigen, wie man sich im Alltag gesünder ernähren kann. Alle Empfehlungen sind klar auf Nachhaltigkeit ausgerichtet, denn es nützt wenig, wenn man sich etwa in der stationären Reha einige Wochen – sozusagen gezwungenermassen – gesund ernährt, man zu Hause aber wieder in den alten Trott verfällt. Wir appellieren daher an die Eigenverantwortung und geben nützliche, aber vor allem umsetzbare Tipps für eine dauerhafte Ernährungsumstellung.“

Dr. Sabine Gahr
Dr. Sabine Gahr

Durchgehende ärztliche Aufsicht

Analog dazu zielt auch die Bewegungstherapie auf Langfristigkeit ab, wie Physiotherapeutin Dita Ljevar bestätigt. „Wir gehen das behutsam an. Es muss bei uns kein Patient zum Intensiv-Sportler werden – in unseren Trainings geht es vielmehr darum, ein besseres Körperbewusstsein zu verankern. Wir wollen zeigen, dass ein aktives Leben Spass macht und dass Bewegung gut in den Alltag zu integrieren ist.“ Bei aller Behutsamkeit gibt es jedoch auch klare Leitlinien, denn ohne ein gewisses Durchhaltevermögen geht es nicht. Mindestens fünf Einheiten wöchentlich sind während der zwölf Wochen zu absolvieren. Neben Kraft- und Ausdauertraining stehen auch Entspannungsübungen auf dem Programm. „Wir gehen individuell auf die Ausgangssituation und die Bedürfnisse unserer Patienten ein. Natürlich sind alle Massnahmen mit dem behandelnden Arzt abgestimmt und werden von ihm laufend überwacht“, so Ljevar. Mentale Unterstützung erhalten die Reha-Teilnehmer dabei von Psychotherapeutin Sonja Hersche. Ziel des psychotherapeutischen Angebots ist es, durch ganzheitliche Rehabilitation die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und gleichzeitig Rückfälle in alte Gewohnheiten zu vermeiden.

Dita Ljevar
Dita Ljevar

Zuweisung durch Hausärzte, Internisten und Kardiologen

Hinsichtlich Länge, Umfang und Betreuungsintensität erfüllt das Reha-Programm der Medicnova die strengen Richtlinien der Schweizerischen Arbeitsgruppe für kardiale Rehabilitation (SAKR). „Seit Jahresbeginn können nun auch Allgemeinversicherte aus Liechtenstein unsere Leistungen in Anspruch nehmen“, freuen sich die Reha-Koordinatorinnen Anja Müller und Tamara Kaiser. Engagiert kümmern sich die beiden um die reibungslose Anmeldung der Patienten, die über Zuweisung durch Hausärzte und Kardiologen erfolgt. Und sie setzen alles daran, dass die individuellen Wünsche der Reha-Teilnehmer im Therapie- Plan berücksichtigt werden können. „Ziel ist es, dass die Reha mit Familie und auch Beruf bestmöglich vereinbart werden kann. Und das gelingt erfreulicherweise sehr gut“, so die beiden Koordinatorinnen.

Langzeitunterstützung wichtig

Auch sonst zeigen die Ergebnisse und Rückmeldung, dass in zwölf Wochen sehr viel Positives erreicht werden kann. Und doch ist der Weg von Herz-Patienten zurück in ein gesundes Leben nach der ambulanten Reha noch nicht zu Ende. „Eine nachhaltige Änderung des Lebensstils braucht anhaltende Motivation und Konsequenz. Daher raten wir unseren Patienten, auch nach Abschluss des Programms professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die Teilnahme an der sehr aktiven ‚Herzgruppe Liechtenstein’ ist zum Beispiel eine gute Möglichkeit der Langzeitrehabilitation und daher dringend zu empfehlen“, sind sich die Reha-Experten einig.

Anja Müller
Anja Müller
Tamara Kaiser
Tamara Kaiser

Indikationen für eine kardiale Reha

Bei koronarer Herzkrankheit, nach Herzinfarkt, nach allen operativen Eingriffen am Herzen (z.B. Herzkatheter, Stent, Bypass, Schrittmacher), bei kardiovaskulärem Hochrisikoprofil, bei chronischer Herzschwäche.

Ambulante kardiale Reha bei Medicnova in Liechtenstein

  • Dauer: 12 Wochen
  • Kleingruppen bis max. sechs Teilnehmer
  • Laufende ärztliche Kontrolle
  • Eingangsuntersuchung mit Ergospirometrie
  • Bewegungs-, ernährungs und psychotherapeutische Einheiten
  • Abschlussuntersuchung mit Ergospirometrie

Weitere Informationen zur ambulanten kardialen Rehabilitation

Kategorien: Medicnova in den Medien TAGs: kardiologie , reha , rehabilitation