15. September 2017

Hochkarätiges Experten-Team gegen Gefässerkrankungen

Die Gefässmedizin ist ein weites Feld und reicht von harmlosen, aber oft unschönen Krampfadern bis zu lebensbedrohlichen Erkrankungen. Der Medicnova-Belegarzt Dr. Rainer de Meijer, Facharzt für Gefässchirurgie, im Interview über deren Vorbeugung und Behandlung.

Hochkarätiges Experten-Team gegen Gefässerkrankungen

Herr Dr. de Meijer, womit befasst sich die Gefässmedizin konkret und was sind die klassischen Krankheitsbilder?

Die Gefässmedizin befasst sich mit allen Erkrankungen oder Fehlfunktionen von Blutgefässen. Die klassischen Krankheitsbilder hängen davon ab, ob es sich um Erkrankungen der Arterien, Venen oder Lymphgefässe handelt und reichen von harmlosen Krampfadern bis hin zu lebensbedrohlichen Gefässerkrankungen, wie Hirnschlag, Herzinfarkt oder der so genannten Schaufenstererkrankung, einer Durchblutungsstörung insbesondere der Beine. Die Gefässmedizin ist daher interdisziplinär angelegt, d.h. mehrere Disziplinen sind involviert. Bei uns sind das die Innere Medizin mit der Spezialdisziplin Angiologie, die Gefässchirurgie als Spezialdisziplin der Chirurgie, die Dermatologie, die sich mit Hauterkrankungen beschäftigt, sowie die Plastische Chirurgie und das Wundmanagement.

Das klingt komplex. Wie kann man sich die Zusammenarbeit der Disziplinen vorstellen?

In der Medicnova haben wir diese Zusammenarbeit institutionalisiert und ein eigenes „Kompetenzzentrum Gefässmedizin“ ins Leben gerufen. Hierfür konnten wir ausgewiesene Experten ihres Fachs gewinnen, wie etwa Prof. Dr. Florian Dick, den Leiter der Gefässchirurgie am Kantonsspital St. Gallen, und Dr. Dieter Schmidt, den Leiter der Angiologie am Spital Walenstadt, SR RWS. Gemeinsam mit weiteren sehr erfahrenen Kollegen aus den bereits genannten Disziplinen können wir Betroffene in der Medicnova optimal beraten und behandeln.

Was umfasst Ihr Leistungsangebot?

Oberstes Prinzip bei Gefässerkrankungen ist die Ursachenforschung. Auf deren Basis erstellen wir im Team ein individuelles Therapiekonzept. Um ein Beispiel zu nennen: Bei der gefährlichen Verengung von Arterien durch Kalkablagerungen reicht die Therapie von einer medikamentösen Behandlung bis hin zu Eingriffen, wie etwa Gefässaufdehnungen oder Umleitungsoperationen. Alle operativen Therapieformen zur Verbesserung der Durchblutung können wir in der Medicnova in hoher Qualität anbieten.

Gibt es auch Operationen, die in der Medicnova nicht angeboten werden können?

Die Medicnova setzt auf Qualität und Patientenzufriedenheit. Um diese durchgängig sicher zu stellen, gilt es auch, diejenigen Patienten zu identifizieren, die in der Medicnova nicht behandelt werden können. Sehr grosse gefässchirurgische Eingriffe, die eine intensivmedizinische Nachbetreuung bedürfen, werden daher nicht angeboten. Hierfür haben wir sehr professionelle Kooperationspartner mit grossen gefässchirurgischen Abteilungen und entsprechender Infrastruktur. Speziell zu erwähnen sind hier die Hirslanden-Gruppe und das Kantonsspital St. Gallen.

Kommen wir auf die Volkskrankheit Krampfadern zu sprechen. Sind sie ‚nur’ ein optisches oder auch ein medizinisches Problem?

Bei Krampfader-Betroffenen ist zwischen zwei Formen zu unterscheiden: den „Trägern“ und den „Kranken“: Während es sich bei ersteren tatsächlich nur um ein optisches Problem handelt, das aber durchaus sehr störend sein kann, treten bei zweiteren entweder Beschwerden oder auch schwerwiegendere Komplikationen auf, wie etwa offene Beine oder Thrombosen. Hier ist die Indikation zu einer Behandlung absolut gegeben.

Was kann man grundsätzlich zur Vorbeugung von Gefässkrankheiten tun?

Hier ist wiederum zu unterscheiden, ob es sich um arterielle oder venöse Erkrankungen handelt. Venösen Erkrankungen kann man vorbeugen, indem man sich regelmässig bewegt, langes Stehen und Sitzen vermeidet sowie ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Spezielle Massnahmen wie etwa Kaltwasser-Anwendungen zur Stärkung der Venenmuskulatur, Stichwort Kneippen, sowie Venengymnastik und Beinhochlagerung sind ebenfalls dienlich. Bei erhöhtem Thromboserisiko können auch eine medikamentöse Thromboseprophylaxe und das Tragen von medizinischen Kompressionsstrümpfen sinnvoll sein. Zur Vorbeugung arterieller Erkrankungen kann ich nur dringend empfehlen, Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewichtigkeit und erhöhte Blutfettwerte zu vermeiden. Falls bereits Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes bestehen, ist eine regelmässige Kontrolle beim Internisten – möglichst mit Schwerpunkt Angiologie – besonders wichtig, um den Zustand der Gefässe im Auge zu behalten.

Weitere Informationen zur Gefässchirurgie

Kategorien: Medicnova in den Medien TAGs: gefässchirurgie