16. November 2017

Neuzugang auf internationalem Top-Niveau

Ihr Werdegang lässt aufhorchen: Univ.-Prof. Dr. Yildiz Yildiz, deutsche Ärztin mit türkischen Wurzeln, hat mit November die Leitung der Inneren Medizin in der Medicnova übernommen. Im Interview gibt die habilitierte Internistin Einblick in ihr Leben und ihre Pläne in Liechtenstein.

Neuzugang auf internationalem Top-Niveau

Die neue Leiterin der Inneren Medizin in der Medicnova, Univ.-Prof. Dr. med. Yildiz Yildiz, bringt viel Know-how und Erfahrung mit.

Frau Professor Yildiz, erlauben Sie mir eine Fragen zu ihrem interessanten Namen. Was hat es damit auf sich?

Ich bin in der Türkei geboren und dort ist Yildiz sowohl ein Vor- als auch ein Nachname, wie hier z.B. Peter. Tja, und so habe ich den Namen Yildiz gleich zweimal bekommen. Als Neunjährige kam ich dann nach Deutschland, wo das natürlich immer wieder für Gesprächsstoff sorgte. Der Vorteil ist, dass man meinen Namen nicht so schnell vergisst (lacht).

Sie haben sich aber auch auf ganz andere Art einen Namen gemacht, nämlich als erfolgreiche Ärztin und Wissenschaftlerin. Wie ist es dazu gekommen?

Nach dem Abitur habe ich in Aachen Medizin studiert. Während des Studiums habe ich ein Stipendium von der Friedrich- Ebert-Stiftung bekommen, das mir ermöglichte, bereits im Studium in Seattle/USA im Krankenhaus zu arbeiten. Als Assistenzärztin habe ich dann aufgrund meiner wissenschaftlichen Tätigkeit ein 3-jähriges Stipendium von der Universität Aachen bekommen, um an der University of Texas in Dallas meinen PhD zu machen. Hier konnte ich mit den Nobelpreisträgern Goldstein und Brown arbeiten, und es ist mir gelungen, ein neues Enzym zu identifizieren, das bei bestimmten Stoffwechselkrankheiten eine wichtige Rolle spielt, was auch patentiert wurde. Diese Forschungsergebnisse haben neue Therapieoptionen ermöglicht. Insgesamt konnte ich über sechs Jahre eine Forschungsgruppe leiten und erhielt für meine Arbeit mehrere Auszeichnungen und Forschungspreise. Später arbeitete ich in der Uniklinik Bonn, wo ich auch meinen Facharzt machte.

Und was hat Sie dann in unsere Gegend geführt?

Im Jahr 2012 war es Zeit, mich beruflich zu verändern. Immerhin hatte ich über Jahre sehr intensiv wissenschaftlich gearbeitet – und das alles neben der Arbeit als Fachärztin und neben der Familie. Als dann ein Angebot aus Bregenz kam, am Landeskrankenhaus eine Oberarztstelle anzutreten, habe ich es angenommen. Mein Mann und meine beiden Kinder haben sich über diese Entscheidung sehr gefreut – und ich habe es nie bereut. Vor einem Jahr habe ich dann parallel noch eine Praxis in Bregenz eröffnet.

Und was zieht sie jetzt nach Liechtenstein?

Nach fünf Jahren als Bereichsleiterin Gastroenterologie und Hepatologie war der Wunsch nach Veränderung wieder da. Als die Medicnova auf mich zukam, wusste ich gleich, dass es eine besondere Herausforderung wäre, an diesem spannenden Projekt mitzuarbeiten. Die Klinik ist etwas ganz Besonderes und hat noch viel Potential.

Welche Pläne haben Sie für die Abteilung?

Wir wollen ganz grundsätzlich den großen Bereich Innere Medizin weiter ausbauen. Eine solide internistische Versorgung war ja schon bislang durch die Kollegen der Kardiologie sicher gestellt, nun wollen wir mit der Gastroenterologie, also der Diagnostik, Therapie und Prävention von Erkrankungen des Magen-Darmtraktes, und der Hepatologie, also der Behandlung von Erkrankungen der Leber und der Gallenwege, weitere Schwerpunkte setzen.

Was ist Ihnen dabei besonders wichtig?

Zuerst einmal möchte ich betonen, dass ich hier in der Medicnova schon sehr vieles vorfinde, auf dem man aufbauen kann. Qualität ist mein oberstes Prinzip – auf allen Ebenen. Das heißt natürlich zu allererst medizinische Qualität, es bedeutet aber auch Servicequalität und kommunikative Qualität, damit sich unsere Patienten rundum wohlfühlen können. Ich habe in meinem Leben viel gesehen, viel gelernt und vieles umgesetzt. Es ist mir eine große Freude, hier meine Erfahrungen einzubringen.

Was waren Ihre ersten Amtshandlungen?

Ich bin gerade dabei, gemeinsam mit dem Team die internen Abläufe zu analysieren und zu optimieren. Glücklicherweise kann ich hier auf hochmotivierte Mitarbeiter und eine sehr professionelle Geschäftsführung zählen. Außerdem ist es mir wichtig, mit den Hausärzten gut zusammen zu arbeiten. Einige von ihnen konnte ich schon kennen lernen und sehr konstruktive Gespräche führen. Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung.

Kategorien: Medicnova in den Medien TAGs: innere medizin